Lina-Luisa Sittig

Mit Kraft und Präzision Emotionen wecken.

Ich bin Kulturwissenschaftlerin und arbeite als Kommunikationsreferentin im Parlamentsbüro eines Bundestagsabgeordneten. Sprache muss im parlamentarischen Betrieb tragen, was sie verspricht. Komplexes soll verständlich werden, ohne falsch zu werden.

Mein Weg führte über sieben Jahre klassischen Tanz an der Staatlichen Ballettschule Berlin und ein Studium der Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, mit Schwerpunkten in Provenienzforschung und Kulturanthropologie. Kommunikation denke ich vom Körper her, von der Bühne, vom kollektiven Akt des Zusammenspiels.

2012–
2019

Staatliche Ballettschule Berlin

Sieben Jahre klassischer Tanz. Ausbildung in Präzision, Körper als Denkinstrument.

2019–
2023

Humboldt-Universität zu Berlin

Kulturwissenschaften. Kommunikation als gesellschaftliches Phänomen, Öffentlichkeit als Verhandlungsraum.

2023–
2024

Kommunikationsreferentin, Bundestag

Erster Einstieg in den parlamentarischen Betrieb. Öffentlichkeitsarbeit, politische Sprache.

2024

Büro Christian Moser, MdB

Kommunikationsreferentin. Parlamentarische Kommunikation, zwei Legislaturen.

Als Kommunikationsreferentin begleite ich seit 2024 das Parlamentsbüro von Christian Moser, MdB – zunächst in der letzten, nun in der laufenden Legislatur. Zuvor war ich Social-Media-Managerin im Team eines anderen Bundestagsabgeordneten. Der Wechsel war keine Zäsur, sondern eine Verdichtung. Wer im parlamentarischen Betrieb für eine Person spricht, trägt Verantwortung für deren Wirkung in der Öffentlichkeit. Das verpflichtet zur Sorgfalt – und zur Loyalität gegenüber dem, dem die Stimme gehört.

Sprache evoziert.
Wer sie präzise führt, verändert Wahrnehmung.

Staatliche Ballettschule Berlin: Präzision als Prinzip

Sieben Jahre Staatliche Ballettschule Berlin haben etwas hinterlassen, das über den Tanz hinausgeht: die Vorstellung, dass Ausdruck Arbeit ist, Leichtigkeit das Ergebnis von Wiederholung. Die Ausbildung war mit der Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst verbunden – eine Verbindung, die früh zeigt, wie intrikat die Verhältnisse zwischen Körper, Raum und Wirkung sind. Ich war bei Gastspielen auf den Bühnen der Deutschen Oper, der Staatsoper Unter den Linden, in Dresden und Magdeburg. Der Geruch eines Bühnenbodens löst in mir noch heute viele Gefühle aus

Das Kulturwissenschaftsstudium an der Humboldt-Universität hat diese Haltung in Begriffe gekleidet – wie Zeichen wirken, wer sie sendet, wer sie empfängt, und was dabei auf der Strecke bleibt. Die Provenienzforschung hat mich gelehrt, genau hinzuschauen, woher etwas kommt und wem es gehört. Eine Frage, die über Museumsbestände weit hinausgeht.

Reibung mit Berlin

Parlamentsbetrieb
Evening view of Berliner Ensemble with vibrant 'Berlin ist Kultur' sign in Berlin, Germany.
Berliner Bühnen
View of the Berlin TV Tower alongside wall art at Nikolaiviertel, showcasing iconic architecture.
Stadtraum

Es gibt Städte, die einen prägen, und Städte, in denen man sich erkennt. Berlin ist für mich beides. Ich bin hier aufgewachsen, habe hier gelernt – zuerst an der Stange, dann am Schreibtisch – und bin hier geblieben, weil nirgendwo sonst die Reibung so produktiv ist.

Meine Stationen liegen fast alle auf demselben Streifen Stadt: die Ballettschule in Weißensee, die Staatsoper, die Humboldt-Universität, das Büro. Der Boulevard Unter den Linden ist keine Kulisse – er ist Biografie.

Den Fernsehturm sehe ich seit meiner Kindheit. Die Kugel, die bei Sonneneinfall ein Kreuz auf die Oberseite der Kugelmantelfläche erzeugt war ein Politikum und führte zum jetzigen vertrauten Aussehen. Das Bauwerk – errichtet als Zeichen von Fortschritts – wurde 1969 fertiggestellt und korrespondiert mit dem Sputnik am Café Moskau an der Schillingstraße sowie mit dem gegenüberliegenden Kino International. Was das Stadtbild trägt, interessiert mich als Kulturwissenschaftlerin, die Schichten aus Nutzung, Bedeutung und kollektivem Gedächtnis, die selbst unscheinbaren Orten anhaften, affizieren mich zur Neugier.

Manchmal finden Sie mich an der längsten Pralinentheke Europas am Gendarmenmarkt oder in der Weltwirtschaft an der Spree. Die U5 zieht sich durch mein Berlin wie ein stiller Kommentar: vom Alexanderplatz über die Museumsinsel, Unter den Linden, Bundestag bis nach Brandenburger Tor – eine Linie, die Weltgeschichte und Alltagsstrecke in einem ist. Im Sommer presche ich stattdessen mit dem Fahrrad durch den Stadtverkehr – zu Hause wartet dann mein Partner mit unserem Hund. Den Rest des Jahres sitze ich in der U5 – und lese.

Blog

Mein Zettelkonvolut

Unregelmäßig, aber mit Haltung, schreibe ich Beobachtungen, Erlebnisse und Best Practices in mein Zettelkonvolut. Kommunikation im politischen Raum, Berliner Kulturleben und was dazwischen liegt – Tanz, Sprache, Parlamentsbetrieb.

View of the iconic Kino International cinema building facade in Berlin, Germany.